Gefährliche Routine beim Radfahren erhöht im Herbst und Winter die Unfallgefahr – Verkehrspolizei ruft November zum Kontrollmonat aus

Routiniert über die rote Ampel? Ohne Helm? Im Herbst/Winter ohne Licht? – BESSER NICHT!

Glück im Unglück hatte diese Radfahrerin im Sommer 2016 (Video siehe unten):
Ohne Fahrradhelm und völlig in Gedanken querte sie bei Rot von der Gaisbergstraße kommend, die Fußgänger- und Radfurt am Adenauerplatz in Heidelberg. Sie wurde von einem PKW erfasst und schlug glücklicherweise nicht auf der Fahrzeugscheibe auf, sondern überschlug sich und rollte über die Motorhaube auf die Fahrbahn. Sie wurde nur leicht verletzt.

Der Radfahrer, der am Morgen des 11. Oktober 2018 in Heidelberg die Fußgänger- und Radfurt von der Gaisbergstraße am Adenauerplatz bei Rotlicht überquerte und seitlich von einem PKW angefahren wurde, hatte weniger Glück:
Er liegt immer noch mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus. Er trug ebenfalls keinen Fahrradhelm.

Laut Zählanlage in der Gaisbergstraße passierten an diesem Tag 5.983 Radfahrer diese hochfrequentierte Ampelquerung. Leider beobachtet man bei nicht wenigen dieser Pendler eine lebensgefährliche Routine. Gedankenverloren, aber auch vorsätzlich queren sie die Furt bei Rotlicht und riskieren von geradeaus in den Gaisbergtunnel fahrenden Kraftfahrzeugen an- oder umgefahren zu werden.

Im Forschungsbericht Nr. 32 zur Schutzwirkung des Fahrradhelms des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) von 2015 werden der Unfallart „Kollision PKW Front gegen Fahrrad seitlich bei mittlerer Geschwindigkeit von 40 km/h“ die schwersten Kopfverletzungen zugerechnet. Der Radfahrer wird dabei meist über die Motorhaube aufgegabelt und schlägt mit dem Kopf auf der Windschutzscheibe oder dem Fahrzeugholm auf. Danach wird er nach vorne abgewiesen. Bei allen untersuchten Radunfällen mit tödlichen als auch schweren oder leichten Verletzungen war bei den Radfahrern, die einen Helm trugen, das schlimmste Verletzungsmuster die schwere Gehirnerschütterung. Der Helm kann also vor tödlichen oder bleibenden Hirnschäden schützen.

„Aus der Unfallforschung wissen wir, dass die tägliche Routine das Gefahrenbewusstsein überlagert. Den Ausspruch, den Weg fahre ich im Schlaf, kennt jeder. Routine reduziert die Aufmerksamkeit. Daraus erwächst eine Selbstüberschätzung. Und diese verursacht ein falsches Gefahrenradar“, so Polizeidirektor Dieter Schäfer, der Chef unserer Verkehrspolizei.
Außerdem sind Radfahrer in der Herbstzeit immer auch schwerer erkennbar. Licht am Fahrrad, helle und reflektierende Oberbekleidung oder Accesoires und mittlerweile auch in der Dunkelheit reflektierende Helme steigern die eigene defensive Verkehrssicherheit.
Das Unfallrisiko ist in den Städten außerdem deutlich höher als auf dem Land.

Unsere Verkehrspolizei wird deshalb über den gesamten Monat November in den Städten Heidelberg und Mannheim mehrmals täglich Fahrradkontrollen an unterschiedlichen Brennpunkten durchführen.
„Wir konzentrieren uns bei dieser Aktion bewusst auf die besonders gefährlichen Verstöße, wie Rotlichtfahrten, das Geisterfahren und das Fahren ohne Licht“, so Schäfer. Wir wollen den Radfahrern bewusst machen, welchen Gefahren sie sich damit aussetzen“, so Schäfer weiter.

Über die Aktion „plus5 – Minuten die schützen“ von Stadt, Universität, Universitätsklinikum Heidelberg und uns haben wir schon mal berichtet. Deshalb hier nochmals der Appell der Aktion plus5:
zu Stoßverkehrszeiten, auf Strecken mit erhöhtem Risiko, durch bewusste Entscheidung zu defensiver und korrekter Fahrweise,
bei gleichzeitiger Verbesserung der eigenen Erkennbarkeit als Radfahrer,

Konflikte zu vermeiden und damit das Unfallrisiko zu reduzieren.

Mehr auf
➡www.aktionplus5.de

Kommen Sie immer sicher ans Ziel!

Ihr Polizeipräsidium Mannheim

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