Willi Menz, früherer Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim im Alter von 96 Jahren verstorben – Nachruf auf einen „großen Mannheimer“

Am 24.01.2020 ist der ehemalige Präsident des Polizeipräsidiums Mannheim, Willi Menz, im Alter von 96 Jahren verstorben. Am Freitag, dem 31.01.2020 fand die Trauerfeier in der Mannheimer Christuskirche statt.

 

Zahlreiche Weggefährten aus Polizei und Stadtgesellschaft waren gekommen, um Abschied zu nehmen und ihm die letzte Ehre zu erweisen.

Ein Blechbläserensemble des Polizeimusikkorps und der Polizeichor, deren Schirmherr und Unterstützer Willi Menz lange Zeit war, sorgten für die passende musikalische Untermalung. Dekan Ralph Hartmann hatte die Predigt und Liturgie übernommen. Gemeinsam mit den Rednern, 1. Bürgermeister Christian Specht, Polizeipräsident Andreas Stenger, Ordenskanzler Klaus van Ackern (Bloomaul-Ordenskapitel) und Polizeipräsident a.D. Knut Feldmann (Rotary Club Kurpfalz) zeichnete er das Bild eines bewegten Lebens, einer Respektperson, die ihr Leben in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hatte.

„Da ist ein Land der Lebenden und da ist ein Land der Toten; als Brücke dazwischen ist unsere Liebe“

(Thornton Wilder, amerikanischer Schriftsteller)

 

so leitete Andreas Stenger seinen persönlichen Nachruf ein. Über die Zeit im „Land der Lebenden“, insbesondere seine Zeit bei der Polizei, wusste auch unser Polizeipräsident viel zu berichten:

Willi Menz‘ überaus erfolgreiches Berufsleben beim Polizeipräsidium Mannheim begann bereits im Jahre 1945. Seine kriminalistischen Ambitionen und seine Leidenschaft als Ermittler waren es, die ihn bereits im Jahr 1946 zu einem Wechsel zur Kriminalpolizei bewogen.

Dokumente jener Zeit war zu entnehmen, dass seine Wegbegleiter schon damals jene herausragenden Charaktereigenschaften bemerkten, die Willi Menz prägten und in seinem beruflichen Leben soweit vorangebracht haben. Analytisch begabt, mit präzisem Verstand gesegnet, zielstrebig, engagiert, gewissenhaft und außerordentlich zuverlässig, so wurde er oft beschrieben.

In seiner Zeit im höheren Dienst stieg er sodann rasant bis zum stellvertretenden Leiter der Mannheimer Kriminalpolizei auf. 1971, im Alter von 48 Jahren, wurde Willi Menz vom Gemeinderat der Stadt Mannheim schließlich einstimmig zum Polizeipräsidenten der Polizei Mannheim gewählt. Als überzeugter Anhänger der kommunalen Großstadtpolizei hatte er die schwierige Aufgabe, die Verstaatlichung (zur Landespolizei) der Polizei Mannheim zu meistern.

Die erforderlichen Anpassungen setzte er – nicht zuletzt dank seiner ausgesprochenen Beharrlichkeit, seines diplomatischen Geschicks, aber auch dank seines ausgeprägten Einfühlungsvermögens und Fingerspitzengefühls – mit Loyalität und Bravour um.

Unter dem Leitgedanken „Global denken – lokal handeln“ leistete er in der Folge Pionierarbeit, von der wir noch heute profitieren.

Bürgernahe Polizeiarbeit war ihm ein besonderes Anliegen. Hierfür setzte er sich leidenschaftlich, unermüdlich und – wenn es sein musste, auch streitbar – ein. Er war dabei immer selbst ein leuchtendes Beispiel für Bürgerorientierung, Servicegedanken und Dienstleistungsmentalität für die – so sah er es – ihm anvertrauten Menschen in Mannheim. Willi Menz hat damit ganz entscheidend zur Integration der Polizei in die Mannheimer Bürgerschaft beigetragen.

Willi Menz war eine Autorität, integer, von brillantem Sachverstand, den Menschen zugewandt – und er war nicht nur als Amtsträger eine herausragende Persönlichkeit, die in der Mannheimer Stadtgesellschaft sowie innerhalb der Polizei sehr geschätzt wurde.

1988 wurde er in Würdigung seiner vielfältigen Verdienste mit dem Bundesverdienst-kreuz Erster Klasse ausgezeichnet und in den Ruhestand verabschiedet.

Sein unermüdliches Engagement begleitete Willi Menz jedoch auch weit über seinen aktiven Dienst hinaus weiter. Er setzte sich unentwegt für die Gesellschaft ein. Die Liste der Tätigkeiten, die Willi Menz während und nach seiner Karriere bei der Polizei ausübte, ist sehr lang. Sie umfasste beispielsweise Funktionen als Mannheimer Stadtrat, bei der Verkehrswacht, der Polizeigewerkschaft, im Verleihungsausschuss „Kavalier der Straße“, im Arbeitskreis der Mannheimer Staatsbehörden, als Ordenskanzler des Bloomaulordens – dessen Träger er seit 1986 war – sowie sein Engagement bei den Rotariern.

 

Er wird fehlen!

 

Jedoch:

 

„Ein guter, edler Mensch, der mit uns gelebt hat, kann uns nicht genommen werden. Er lässt eine leuchtende Spur zurück, die der Spur von erloschenen Sternen gleicht, die noch nach Jahrhunderten von den Erdbewohnern zu sehen ist“.

(Jean de la Fontaine, franz. Schriftsteller)

 

 

In diesem Sinne wird Willi Menz und sein segenreiches Wirken für die Polizei in Baden-Württemberg immer ein leuchtender Teil unserer Geschichte bleiben. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren!

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